Notfall – Trauer – Erinnerung


Unser Notruf:
Im akuten Notfall wählen Sie bitte unseren Notruf 0176 30 191 110. Ein ausgebildetes Team von Seelsorgern und -innen steht rund um die Uhr mit Rat und Tat zur Verfügung.


Trauerseminare:
Jedes Jahr finden im November und Dezember in Zusammenarbeit mit den „Verwaisten Eltern und Geschwistern in Hamburg e.V.“ Trauerseminare statt, zu denen auch betroffene Motorradfreunde und deren Verwandte eingeladen sind. In sehr behutsamer Art und Weise wird dort mit anderen Betroffenen die eigene Trauer angesprochen und von ausgebildeten Trauerbegleitern und -begleiterinnen getragen. Vgl. bitte „Termine“.


„Mit der Trauer auf dem Weg“ –  eine Pilgerreise

Friederike erzählt:
„Der tragische Tod unseres Sohnes traf unsere Familie völlig unvorbereitet. Schiffbrüchigen gleich suchten wir nach Halt in einer völlig ver-rückten Welt, in der für uns nichts mehr so war wie vorher. Ich versank in tiefe Depression. Nur mit fachlicher und menschlicher Unterstützung gelang es mir, diese ersten Monate zu überleben.
Ich besuchte mit meiner Familie ein Trauerseminar der „verwaisten Eltern in Hamburg“. Mein Sohn hatte dort zum ersten Mal Gelegenheit, mit anderen Jugendlichen, die mit ähnlichen Schicksalsschlägen weiter leben müssen, seine vielfältigen Gefühle zum Ausdruck zu bringen, sich auszutauschen und neue Ideen für den schwierigen Umgang mit dem Tod seines Bruders zu bekommen. Mein Mann und ich meldeten uns für die „Wandergruppe“ an. Dort erlebten wir nicht nur, wie gut es tat, wieder in Bewegung zu kommen und im wahrsten Sinne des Wortes den Boden unter den Füßen zu spüren, sondern profitierten insbesondere von den angeleiteten kleinen meditativen Übungen unserer Gruppenleiter. Im Abschlusskreis des Trauerseminars erzählte Holger Janke von einer geplanten Pilgerreise. Er bot mir an, unverbindlich zum „Schnuppern“ zu dem nächsten Vorbereitungstreffen der Gruppe dazu zu kommen und als ich so herzlich begrüßt wurde, stand die Entscheidung fest.
Zwei Monate später starteten wir.
Die Pilgertour auf dem Jakobsweg war für mich ein sehr eindrucksvolles Erlebnis. Ich habe mich in meiner unermesslich großen Trauer um meinen Sohn neu erfahren und andere, stärkende Seiten an mir (wieder-) entdecken können. Die Zeit zum Durchatmen, Denken, Laufen, Sprechen, Weinen und für viele andere Gefühle, die kamen und gingen, tat einfach gut. Es war ein Auf und Ab, so wie der Weg selber. Und das Schönste war: Ich war meinem verstorbenen Sohn zum einen ganz nah und  zum anderen habe ich mich auch nicht nur als tief trauernde Mutter erleben können, sondern etwas Unbefangenes gespürt, so eine Art Lust aufs Weiterleben, die mir Kraft und Hoffnung gibt.
Jetzt bin ich wieder zu Hause im Alltag – bei meiner Familie. Den Sprung ins Berufsleben habe ich tatsächlich nach dem Pilgern wieder geschafft. Nach wie vor empfinde ich es trotzdem als eine Riesenherausforderung, unseren völlig veränderten (Familien-)Alltag zu bewältigen. Aber ich habe beim Pilgern, durchs Laufen neue „Muskeln“ bekommen, mich dem besser stellen zu können.
Ich danke Holger Janke und Bikers Helpline e.V. aus ganzem Herzen für das Angebot solch einer Pilgerwanderung.

In Memoriam:
Hans Eberspächer (*15.4.1943  +7.10.2014):

mental trainieren
in der zeit die ewigkeit
im stau den verkehrsfluss
im alltag die gelassenheit

nicht die zähne zusammenbeißen
nicht augen zu und durch
nicht im luftschloss leben

durchatmen
pause spüren
entspannen

die Unterlippe
die unterarme und
den po

euch allen eine gute fahrt!


„Peter Pastor“ Langenstein (*27.7.1942  +11.4.2013):

Gibt es einen Himmel? Ja!
Gibt es die Liebe? Ja!
Gibt es Hoffnung? Ja!
Gibt es Wunder? Ja!
Gibt es die Gerechtigkeit? Ja!
Gibt es einen Frieden? Ja!
Hab´ ich eine Chance? Ja!
Ja, Jesus Christus lebt!

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Der MOGO ist tot. Es leben die Mogos!
– Ein Nachruf –

Der MOGO war ein „Motorradgottesdienst“ in Hamburg, der Anfang der 1980er klein begonnen hatte, dann auf einzigartige 40.000 Besucher:innen anwuchs, um dann wieder klein zu enden. Am 30.11.2024 wurde der bundesweit bekannte MOGO in Hamburg nach vierzig Jahren eingestellt.

Entstanden ist dieser Gottesdienst durch den Polizeiseelsorger Hinze, der in den wilden Achtzigern eine Brücke zwischen der Polizei und den „Rockern“ auf Zweirädern in der Hansestadt bauen wollte. Ein Projekt des Kennenlernens und des Miteinanders! Es hat gut funktioniert. Als Ende der 1990er Jahre Pastor Hinze sein Amt an Pastor Faehling übergab, hatte der MOGO 10.000 Stammkund:innen, und ein Konvoi von Biker:innen fuhr quer durch Hamburg, um für ein gutes Miteinander aller Verkehrsteilnehmer:innen zu demonstrieren.

Der neue Pastor gründete mit Ehrenamtlichen einen Verein zur Organisation der kirchlichen Großveranstaltung und die fast 400 Helfer:innen bildeten eine eigene MOGO-Gemeinde. Ein professionelles Büro wurde eingerichtet und das Seelsorge-Projekt Bikers Helpline ging zu der Zeit in Planung: die Blütezeit des MOGO. Anfang des Milleniums kamen 40.000 Biker:innen aus ganz Europa nach Hamburg; die weiteste Anfahrt hatte ein Bikerpastor aus Südafrika. Unterstützt wurde auch das Projekt einer Bikerbibel als christliche Begleitung für unterwegs. Die Städtepartnerschaft mit St. Petersburg blüte und jährlich besuchten uns russische Christ:innen mit den Motorrädern oder wir trafen uns zur gemeinsamen Tour in Russland. Ein sehr großes Netzwerk war entstanden und die Brücke des Kennenlernens und Miteinanders reichte weiter als ehemals gedacht.

2014 hörte Pastor Faehling auf und ein jüngerer, qualifizierter und erfahrener Nachfolger stand am Start. Leider hat die Kirchenleitung diese Besetzung seinerzeit verhindert und allen Beteiligten wurde damals klar, dass der MOGO nicht in der Amtskirche gewollt war. Danach beginnen die Wirren: Die Angestellten im Büro werden entlassen, Hunderte von Helfer:innen verlassen enttäuscht „ihren“ MOGO und auch die Seelsorge-Einrichtung Bikers Helpline macht sich selbständig.

Nach mehreren Vakanzvertretungen wurde Pastor Lemke von der Amtskirche zur Verwaltung des MOGO eingesetzt. Eingeweihte sprachen vom „Nachlassverwalter“, der nun allein im Büro saß und einen neuen Stamm von Helfer:innen sammelte. Derweil nahmen Jahr für Jahr die Besucherzahlen und die Sponsoren rapide ab. Der NDR berichtete am Ende in den Medien von „einigen Hundert“ Besucher:innen. Somit war es nicht überraschend als Pastor Lemke den MOGO verließ. Der letzte MOGO 2024 wurde von einem unbekannten Pastor aus Lübeck begleitet. Das Engagement der Ehrenamtlichen lief abermals ins Leere. Nun ist der MOGO Hamburg tot.

Da der MOGO einzigartig, aber nicht der einzige Motorradgottesdienst war, können alle christlichen Biker:innen hoffen, auch weiterhin segensreiche Mogos erleben zu können. Überall im Land gibt es Motorrad begeisterte Christinnen und Christen, die vor Ort zu tollen, authentischen Treffen einladen. Da Motorradfahren in der Großstadt eh nicht soviel Spaß macht, winkt nun ein beseelter Ausflug ins Grüne, um sich auch in Zukunft inspirieren zu lassen durch nette, engagierte Menschen – und hoffentlich gleichzeitig durch den Frieden stiftenden Geist Gottes. Es leben die Mogos!

Tue etwas Gutes für Dich und lese!
Unsere Spendenbücher:
„Jakobsweg“, Highlights-Verlag, ISBN 978-3-933385-56-7
„Luther-Tour“, Highlights-Verlag, ISBN 978-3-933385-84-0.